Gewinnsteuerung durch die Erfolgsrechnung

Die Erfolgsrechnung dient der Ermittlung des Erfolgs innerhalb eines bestimmten Zeitabschnittes. Bisher war die Geschäftsleitung von der XY GmbH zufrieden, wenn der Gewinn nach Fertigstellung des Jahresabschlusses vom Vorjahr, vielfach bis zum 30. Juni des Folgejahres vorlag. In der heutigen Praxis reicht dies auf keinen Fall mehr aus.

Taschenrechner für die Erfolgsrechnung.

Die Erfolgsrechnung dient der Ermittlung des Erfolgs eines Unternehmens

Für die rechtzeitige Erkennung von Fehlentwicklungen muss es in einem Unternehmen möglich sein, dass ein Betriebsergebnis in vierteljährlichen oder sogar monatlichen Abständen ermittelt wird. Das Betriebsergebnis muss zeitnah festgestellt werden. Damit besteht auch keine Gefahr mehr, das die wirtschaftlichen Verhältnisse mit Fehlentwicklungstendenzen nicht rechtzeitig erkannt und behoben werden.

Instrumente der Erfolgsrechnung

Zu unterscheiden ist:

1. der Vergleich von Anfangs-und Schlusskapital im Rahmen eines Bilanzvergleichs;

2. die Gegenüberstellung von Aufwand und Ertrag in einer Periode (Geschäftsjahr) im Rahmen der Gewinn-und Verlustrechnung;

3. die Gegenüberstellung von Erlösen und Kosten im Rahmen der Kostenrechnung.

Typische Formen sind die Total-oder Periodenerfolgsrechnung oder die progressive oder retrograde Erfolgsrechnung. Zur Berechnung kommen die Gesamtkosten-, oder Umsatzkostenverfahren zur Anwendung.

Kurzfristige Erfolgsrechnung

Einfache Darstellung einer Erfolgsrechnung 1. Januar bis 31. März eines Jahres

Bezeichnung Plan-Zahlen
Zeitraum
1.1.-31.3.
IST-Zahlen
Zeitraum
1.1.-31.3.
Umsatz
+ / oder – Bestands-
veränderungen
=
Gesamtleistung
Materialeinsatz
= Rohertrag

Direkte Personalkosten
Sonstige direkte
Kosten
= Deckungsbeitrag





Sonstige
Personalkosten
Abschreibungen
Zinsen
Mieten
Steuern
Sonstige Gemeinkosten
=
+
Betriebsergebnis
Neutrale Erträge
Neutrale Aufwendungen
= Gesamtergebnis

Diese kurzfristige einfache Form einer kurzfristigen Erfolgsrechnung soll sich in seinem Aufbau nach den speziellen Anforderungen des Unternehmens richten.
Die einzelnen Ergebnisse sollten möglichst in monatlichen Abständen mit den zuständigen Verantwortlichen in einem Unternehmen analysiert und diskutiert werden.

Unverzichtbare Grundüberlegungen bei der Analyse

1. Betriebsergebnis
Wo liegt das Betriebsergebnis? Schlechter oder besser gegenüber den Planzahlen in der bearbeitete Zeitperiode?

2. Umsatz
Liegt eine Abweichung bei den Umsatzzahlen vor? Wo liegen die Gründe beim Umsatzrückgang oder auch Umsatzsteigerung?

3. Kosten

3.1 Besteht eine Kostenveränderung?
Welche Kostenarten-/gruppen haben sich gegenüber der Vorperiode stark verändert?
Welche Gründe sind maßgebend?

3.2 Entwicklung/Zukunft
Mit welchen weiteren Entwicklungen von Umsatz und Kosten ist für den restlichen Zeitraum des Abrechnungszeitraumes /z.B. Kalenderjahr zu rechnen?

3.3 Fehlentwicklungen
Es wäre ein Maßnahmenkatalog über Gegensteuerungsmaßnahmen zu erstellen, damit weitere Fehlentwicklungen zwischen Plan-und Ist-Zahlen vermieden werden.

Bei geringfügigen Abweichungen sind die Zielvorstellungen erreicht. Bei recht vielen negativen Abweichungen ist eine Ursachenforschung einzuleiten mit Gegenmaßnahmen, damit der Erfolgskurs wieder erreicht wird.

Zusammenfassung

Die Grundsätze für eine Gewinnsteuerung nach einer Erfolgsrechnung werden nach folgenden praxiserprobten Maßnahmen erreicht:

  • Zeitnahe Ermittlung von Umsatz, Kosten und Ergebnis
  • Ausführung eines Vergleichs dieser Werte mit den Vorjahreswerten und den Planwerten
  • Einleitung einer raschen Reaktion auf Abweichungen

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