Fahrtkosten absetzen

Insbesondere Selbstständige müssen immer ihre Einnahmen und Ausgaben im Blick haben. Zu diesen Ausgaben gehören beispielsweise auch Fahrtkosten. Diese können spätestens mit Blick auf die Steuererklärung relevant werden.

Besonders Selbstständige legen in ihrem Berufsalltag häufig viele Kilometer mit dem Auto zurück. Dabei kommen oft enorme Fahrtkosten zusammen. Selbstständige sind häufig unsicher, was sie absetzen können und wie sie diese angefallenen Fahrtkosten angeben können.

Was sind Fahrtkosten?

Als Fahrtkosten gelten bei Selbstständigen normalerweise die Ausgaben, die dann entstehen, wenn der Unternehmer das Auto dienstlich nutzt, wenn es sich also um eine betriebliche Fahrt handelt. Aber Fahrtkosten sind nicht gleich Fahrtkosten. Selbstständige müssen darum einiges beachten, wenn es um dieses Thema geht. So muss beispielsweise zwischen tatsächlichen Fahrtkosten und pauschalen Fahrtkosten unterschieden werden. Von tatsächlichen Fahrtkosten spricht man dann, wenn diese Kosten dem Selbstständigen in genau dieser Höhe entstanden sind.

Fahrtkosten als Betriebsausgabe

Handelt es sich bei dem genutzten Fahrzeug um einen Privatwagen, sind die gefahrenen Kilometer und die pauschale Angabe mit 30 Cent steuerlich relevant. Allerdings besteht für Selbstständige auch die Möglichkeit, das Fahrzeug in das Betriebsvermögen zu überführen. Liegt der der betriebliche Nutzungsanteil zwischen 10 bis 50 Prozent haben Selbstständige die Wahl, ob sie es als Firmenwagen anmelden möchten. Nutzen sie es jedoch zu mehr als 50 Prozent betrieblich, müssen sie es als Firmenauto führen.

Hält ein Selbstständiger sein Fahrzeug als privaten Pkw, versteuert man es nach der 1%-Regelung. Bei dieser pauschalen Versteuerung des Fahrzeuges, das auch privat genutzt wird, wird ein Prozent des Brutto-Listenpreises des Wagens inklusive Mehrwertsteuer und Extras monatlich versteuert. Darüber hinaus wird die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mal 0,03 Prozent mal Listenpreis berechnet und als geldwerter Vorteil behandelt. Außerdem kann die Versteuerung auch auf Grundlage eines Fahrtenbuches erfolgen.

Ein Fahrtenbuch hilft bei der Ermittlung der Fahrtkosten

Fahrtkosten: Zur Ermittlung kann es sinnvoll sein, für jeden Wagen ein Fahrtenbuch zu führen.

Das Fahrtenbuch

Mithilfe des Fahrtenbuches wird ermittelt, wie hoch der Nutzungsanteil für private und dienstliche Fahrten ist. Zudem können die betrieblich gefahrenen Strecken steuerlich geltend gemacht werden. Hier gilt dann keine Pauschale. Vielmehr werden die Kosten für dienstliche Fahrten individuell ermittelt. Achtung: Die Erstattung durch das Finanzamt kann dann auch geringer ausfallen als bei der 1 Prozent-Regelung. Selbstständige sollten darum immer genau überlegen, welche Art der Abrechnung sie wählen und im Zweifelsfall einen Steuerberater hinzuziehen.

Zuordnung des Firmenwagens zum Betriebsvermögen

Entscheiden sich Selbstständige dazu, ihren Wagen ins Betriebsvermögen zu nehmen, müssen sie einige Grundsätze beachten. Normalerweise wird der Firmenwagen auf sechs Jahre abgeschrieben. Doch es gibt Ausnahmen. Beispielsweise dann, wenn ein Gebrauchtwagen als Firmenwagen gekauft wird. Dann wird die voraussichtliche Restnutzungsdauer für die Abschreibung zugrunde gelegt. Auch, wenn die Jahresfahrleistung besonders hoch ist, gelten Ausnahmen. In diesem Fall kann das Auto über einen kürzeren Zeitraum als über sechs Jahre abgeschrieben werden.
Der Vorteil, den der Firmenwagen bietet: Selbstständige können sämtliche Ausgaben für das Auto, die sie während eines Geschäftsjahres leisten, steuerlich geltend machen. Zu diesen Kosten gehören beispielsweise Steuern, Versicherung und Benzin.

Private Nutzung des Firmenwagens

Benutzen Selbstständige das Firmenfahrzeug auch privat, ist ein Privatanteil anzusetzen. Er erhöht den betrieblichen Gewinn. Die oberste Regel ist daher, dass er so gering wie möglich ausfallen muss. Nutzt ein Selbstständiger gleich mehrere Wagen privat, ist für jedes der Fahrzeuge der Privatanteil anzusetzen. Besonders dann kann es sinnvoll sein, für jeden Wagen ein Fahrtenbuch zu führen. Auf diese Weise wird verhindert, dass der Selbstständige mehrfach versteuern muss.

Pendeln als Dienstfahrt absetzbar

Verfügen Freiberufler über ständig wechselnde Arbeitsorte, können sie das Pendeln komplett als Dienstfahrten absetzen. Der Bundesfinanzhof kam zu dem Ergebnis, dass die nur hälftige Pendlerpauschale nicht ausreichend sei. Die Begründung: Bei Freiberuflern mit mehreren Arbeitsorten könne keinem Ort eine besondere zentrale Bedeutung beigemessen werden. Und da angestellte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Möglichkeit hätten, in einem solchen Fall die vollen gefahrenen Kilometer als Werbungskosten geltend zu machen, müsse das auch für Freiberufler gelten.

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