UST vom Auftraggeber Nachfordern?

Diskutieren Sie UST vom Auftraggeber Nachfordern? im Kleinunternehmerregelung Forum im Bereich Rechnungswesen Allgemeines; Das Finanzamt hat einen Kunden nachträglich für 10 Jahre USt Pflichtig erklärt, jetzt fragt er mich, ob er das den Auftraggeber nachträglich in...

  1. Sensei
    Sensei Neues Mitglied
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    Das Finanzamt hat einen Kunden nachträglich für 10 Jahre USt Pflichtig erklärt, jetzt fragt er mich, ob er das den Auftraggeber nachträglich in Rechnung stellen kann!

    Ich würde eine Abschlussrechnung mit jetzigen Datum schreiben und die bereits gezahlten Beträge als Abschläge abziehen! Dann bleibt nur die Umsatzsteuer übrig! Die kann sich doch die Firma als Vorsteuer sofort abziehen!

    Oder habe ich einen Denkfehler?

    Danke für die schnelle und nette Hilfe!

    Gruß

    Sensei
     
    UST vom Auftraggeber Nachfordern? Beitrag #1 21. Juli 2017
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  3. Kassandra
    Kassandra Benutzer
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    Hallo Sensei,

    was sagt denn der Stb. deines Kunden zu dieser einfallsreichen Idee?

    VG, Kassandra
     
    UST vom Auftraggeber Nachfordern? Beitrag #2 22. Juli 2017
  4. Taxofit
    Taxofit Erfahrener Benutzer
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    Na, wie sowas kommt...

    KÖNNEN: Ja, aber ob die auch reagieren oder überhaupt noch existieren wäre die nächste Frage. Zudem lautete wohl damals der Vertrag über "ich leiste dieses und jenes für Betrag x, welchen du zu zahlen hast.". Warum sollte der Kunde jetzt noch etwas anderes tun? Weiterhin spielen die Verjährungsfrist oder andere Fristen noch rein bzw. machen einen Strich durch die Rechnung.

    Welche Abschläge auf welche Gesamtleistung? Wobei mir das im Schrotthandel in ähnlicher Form schon untergekommen ist, dann aber auch nur als Nachberechnung der fehlenden Umsatzsteuer.
     
    UST vom Auftraggeber Nachfordern? Beitrag #3 22. Juli 2017
  5. wp2015
    wp2015 Erfahrener Benutzer
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    hervorragende Idee - und du führst die USt der neuen Rechnung ab?
     
    UST vom Auftraggeber Nachfordern? Beitrag #4 22. Juli 2017
  6. Roland21
    Roland21 Erfahrener Benutzer
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    Wenn der Auftraggeber vorsteuerabzugsberechtigt ist, kann das funktionieren.
     
    UST vom Auftraggeber Nachfordern? Beitrag #5 22. Juli 2017
  7. Vox
    Vox Erfahrener Benutzer
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    Demnach müsste jetzt der ehemalige Rechnungsbetrag als Nettobetrag auftauchen, auf den USt aufgeschlagen wird und die Zahlung der ersten Rechnung davon abgezogen wird.

    Die ersten Rechnungen ohne USt waren wohl kaum als Abschlagrechnungen ausgestellt. Auch das Problem der verjährten Forderungen ist damit nicht vom Tisch und bevor ich - selbst als Vorsteuerabzugsberechtigter - diese Nachberechnung akzeptiere, lehne ich schon der einfachheithalber die Nachforderung ab.
     
    UST vom Auftraggeber Nachfordern? Beitrag #6 22. Juli 2017
  8. Roland21
    Roland21 Erfahrener Benutzer
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    Das dürfte in diesem Fall wohl davon abhängen, wie nah sich Auftraggeber und Auftragnehmer stehen.
     
    UST vom Auftraggeber Nachfordern? Beitrag #7 23. Juli 2017
  9. Kassandra
    Kassandra Benutzer
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    Mal abgesehen von der USt-Befreiungsvorschrift, die auf diesen Rechnungen vermutlich ausgewiesen war.
    Und mal abgesehen von der Verpflichtung, eine Rechnung spätestens 6 Monate nach Leistungserbringung an einen Unternehmer zu erstellen.
     
    UST vom Auftraggeber Nachfordern? Beitrag #8 23. Juli 2017
  10. riese
    riese Super-Moderator
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    Hallo Sensei,

    man kann doch hier wohl stattdessen sagen "Bei einer BP wurde festgestellt, dass der Prüfling schon seit 10 Jahren kein Kleinunternehmer ist und dies dem FA nicht mitgeteilt hat":( Da er das nicht getan hat, obwohl er gesetzlich dazu verpflichtet ist, wäre das Steuerhinterziehung (deshalb auch die Nachforderung für 10 Jahre). Statt froh zu sein, dass er nicht neben Hoeneß Platz nehmen muss, fragt er auch noch nach, ob seine Kunden ihm nicht aus der Patsche helfen können. Mir bleibt die Spucke weg. :rolleyes:

    Grundsätzlich: Ändern kann man nur Rechnungen, die noch nicht verjährt sind, also aus den letzten 3 Jahren. Aber auch da gibt es Einschränkungen:

    Fall 1: Der Kunde heißt "Laufkundschaft - Verkäufer X" oder "Kellner Y". Der wird Dich ungespitzt in den Boden rammen, wenn er für die Schusseligkeit seines Chefs aufkommen soll. Arbeitsrechtlich würde das wohl kaum durchsetzbar sein (der Richter würde sich einen Fackelzug lachen).:D

    Fall 2: Der Kunde ist eine Privatperson, Behörde oder ein Kleinunternehmer. Der würde Dir den Vogel zeigen, wenn Du von ihm einen Nachschlag haben willst, auf dem er auch noch sitzen bleibt.

    Fall 3: Kunde ist vorsteuerabzugsberechtigt. Verpflichtet ist er nicht, die neue Rechnung anzuerkennen. Wenn Du Dich gut mit ihm verstehst und er bereit ist, Dir den Gefallen zu tun, kannst Du ihm eine neue Rechnung schicken und die alte stornieren. Das macht aber wirklich nur ein guter Geschäftspartner.

    Im Fall 1 und 2 wäre zwar auch eine Korrektur möglich, allerdings wäre die USt. dann nicht von Hundert, sondern in Hundert zu berechnen (d.h. der Endbetrag bleibt gleich, er teilt sich nur in ein niedrigeres Netto und den Steuerbetrag auf).

    Gruß
    Rainer
     
    UST vom Auftraggeber Nachfordern? Beitrag #9 23. Juli 2017
    Zuletzt bearbeitet: 23. Juli 2017
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