GbR nach 9 Monaten aufgelöst - welche Formalitäten ggü. FA müssen folgen?

Diskutieren Sie GbR nach 9 Monaten aufgelöst - welche Formalitäten ggü. FA müssen folgen? im Gesellschaftsrecht Forum im Bereich Rechnungswesen Allgemeines; Hallo Freunde, ich habe mich hier im Forum registriert, weil ich ein paar Fragen in Bezug auf die Auflösung einer GbR und der sich daraus ergebenden...

  1. Vincent Warte
    Vincent Warte Neues Mitglied
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    Hallo Freunde,

    ich habe mich hier im Forum registriert, weil ich ein paar Fragen in Bezug auf die Auflösung einer GbR und der sich daraus ergebenden formellen Verpflichtungen gegenüber dem Finanzamt habe. Leider besitze ich nicht so viel Wissen zum Thema Gesellschaftsrecht und Bilanzierung / Buchhaltung, deswegen bitte ich mir meine dilettantischen Begriffe im Voraus zu verzeihen :)

    Hier eine kurze Beschreibung der Situation:

    - GbR mit einem Freund für ein paar kleinere Projekte zum 01.06.2016 gegründet. Einlagen 100 € (50/50)
    - Bei FA Anmeldung (ausgefülltes FA Formular) wurde als Gewinnermittlungsart Bilanzierung angegeben
    - Die GbR hat Gebraucht von der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG gemacht
    - Die GbR hat in ihrer Existenzzeit einen Umsatz von ca. 6.000 € (Gewinn ca. 5.000 €) erwirtschaftet
    - Anfang 2017 habe ich (Gesellschafter A) mich dazu entschieden aus dem Gewerbe auszusteigen. Mein Kumpel (Gesellschafter B) wollte das Gewerbe weiter führen. Dazu wurde ein Auflösungsvertrag aufgesetzt, der mich zum 28.02.2017 von allen Ansprüchen und Pflichten befreit. Zusätzlich waren wir bei der Gewerbemeldestelle und ich habe das Gewerbe von meiner Seite aus zum 28.02.2017 abgemeldet und mein Kumpel die GbR in ein Einzelunternehmen auf seinen Namen umgemeldet.

    Ab diesem Punkt interessiert mich, was von meiner / unserer Seite formell alles erfolgen muss. Wir haben beide ein Schreiben vom FA bezüglich der Gewerbeabmeldung bekommen. Dort wird zum einen gesagt, dass innerhalb eines Monats nach der Gewerbeabmledung eine Umsatzsteuererklärung abgegeben werden muss.
    Desweiteren ist ein beiliegendes Formular bezüglich der Abmeldung auszufüllen und abzuschicken.

    Frage 1: Da unsere GbR von der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG gebraucht gemacht hat, und wir mit der Umsatzsteuer quasi nichts zu tun hatten, wie hat so eine Umsatzsteuererklärung auszusehen? Gibt es da etwas zu beachten? Kann diese vielleicht einfach Formlos erfolgen, da wir mit unseren Umsätzen unterhalb jeder Grenze liegen?

    Frage 2: Das beiliegende Formular lässt Details zur Beendigung des Gewerbes ankreuzen. Darunter Möglichkeiten wie "Das Unternehmen wurde veräußert" oder "Das unternehmen wurde liquidiert". Ich denke die passende Auswahl ist die Auswahl mit der Liquidation, obwohl mir der Begriff bisher nur mit Kapitalgesellschaften geläufig ist. Das Unternehmen hat auch nichts zu liquidieren. Alle kleine Anschaffungen die als Kosten angesetzt werden, sind mit Endprodukten wieder an den Kunden abgegeben worden. Es wurden keine Anlagen angeschafft. Der punkt sieht aber vor, dass man eine (berichtigte) USt-Voranmeldung beilegt, die wir ja nie hatte wegen § 19 UStG. Was ist hier zu tun?

    Frage 3: Was muss generell von unserer Seite aus noch geschehen? So wie ich das verstehe muss noch bis zum 31.05 ein Betriebsvermögensvergleich erfolgen und jeder Gesellschafter muss eine Steuererklärung für sich selbst anfertigen, wo er das Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit seinem Anteil entsprechend angibt. Zumindest für das Jahr 2016. Wie sieht es dann für das Jahr 2017 aus? Wie wird so eine Gewerbeabmeldung in einem Betriebsvermögensvergleich kenntlich gemacht bzw. prozedual abgefertigt? Muss von unserer Seite aus sonst noch irgend etwas beachtet werden?

    Das ist viel Text und viele Fragen auf einmal, ich hoffe dennoch dass mir jemand dabei behilflich sein kann und bin für jede Information dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Vincent
     
    GbR nach 9 Monaten aufgelöst - welche Formalitäten ggü. FA müssen folgen? Beitrag #1 18. März 2017
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  3. Roland21
    Roland21 Erfahrener Benutzer
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    Alles falsch.

    Wir haben hier eine Anwachsung und die GbR geht kraft Gesetz unter, § 738 BGB.

    Bei A:
    Der Abfindungsanspruch abzüglich Gesellschaftsrechte unterliegt der Ertragsteuer, § 16 EStG.

    Bei B:
    Der bei A entstandene Abfindungsanspruch abzüglich Gesellschaftsrechte führt bei B zu einem Step Up oder Step down. Im Übrigen wachsen die Vermögensgegenstände und Schulden bei ihm an und können nach § 6 (5) EStG zu Buchwerten fortgeführt werden.

    Das vom FA vorgelegte Formular ist falsch, man braucht es nicht. UStE folgt den allgemeinen regeln.

    Das in aller Kürze. Die genau Abwicklung sollte mit einem Steuerberater durchgesprochen werden.
     
    GbR nach 9 Monaten aufgelöst - welche Formalitäten ggü. FA müssen folgen? Beitrag #2 18. März 2017
  4. Vincent Warte
    Vincent Warte Neues Mitglied
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    Alles falsch ist natürlich eine begrüßenswerte Aussage, aber Danke für die Antwort soweit. Ein Steuerberater ist natürlich empfehlenswert, aber bei diesen Peanutsbeträgen unverhältnismäßig teuer :)
     
    GbR nach 9 Monaten aufgelöst - welche Formalitäten ggü. FA müssen folgen? Beitrag #3 19. März 2017
  5. Roland21
    Roland21 Erfahrener Benutzer
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    Das ist natürlich eure Entscheidung und ich wäre auch nicht scharf darauf, eine GbR abzuwickeln.

    Allein die Tatsache, dass das Finanzamt offenbar ziel- und planlos irgendwelche Formulare geschickt hat, zeigt, dass die dort auch keine Lust haben, sich im Vorfeld mit sowas zu befassen.
     
    GbR nach 9 Monaten aufgelöst - welche Formalitäten ggü. FA müssen folgen? Beitrag #4 19. März 2017
  6. wp2015
    wp2015 Erfahrener Benutzer
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    Arbeit, Arbeit, Arbeit für Peanuts-haha.
     
    GbR nach 9 Monaten aufgelöst - welche Formalitäten ggü. FA müssen folgen? Beitrag #5 19. März 2017
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GbR nach 9 Monaten aufgelöst - welche Formalitäten ggü. FA müssen folgen? - Ähnliche Themen
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