Bezahlung von Modellen als Videoproduzent

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  1. rothad
    rothad Neues Mitglied
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    Hallo,

    mal angenommen ein selbstständiger Videoproduzent stellt Videoclips für ausländische Auftraggeber her. Dafür benötigt er gelegentlich Modelle / Darstellerinnen. Wie kann er diese vergüten, wenn diese kein Gewerbe angemeldet haben und ihm keine Rechnung schreiben können?
    1. Kann er den Betrag gegen Quittung auszahlen? Das Modell schreibt also eine Quittung mit ihrer Anschrift und der erhaltenen Vergütung. Wäre dies zulässig und wird die Quittung vom Finanzamt als Betriebsausgabe anerkannt?
    2. Um keine Steuern für das Modell abführen zu müssen, steht auf der Quittung "Die Einkünfte müssen von dem Modell als Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit verbucht werden". Wäre das zulässig bzw. würde die Steuerpflicht auf das Modell übergehen? Hat das Modell kein Gewerbe angemeldet wäre es ihr Problem, oder?
    3. Sofern 1+2 nicht zulässig sind: Muss das Modell andernfalls als kurzfristige Beschäftigte vergütet werden? Welche Beschäftigungsformen gäbe es noch, für den Produzenten möglichst kostengünstig? Zu Beachten ist hierbei, dass die jeweiligen Darstellerinnen in der Regel nur 1x beschäftigt werden und danach nie wieder. Die meisten machen das nebenberuflich...
    Verhält sich die Situation anders, wenn der Videoproduzent für seine Tätigkeit eine GmbH gründet und die Bezahlung durch die GmbH erfolgt?

    Vorab vielen Dank.
     
    Bezahlung von Modellen als Videoproduzent Beitrag #1 6. Juni 2017
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  3. Roland21
    Roland21 Erfahrener Benutzer
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    Ob die Models nun ein Gewerbe anmeldet ode rnicht, hat ja nun mit der steuerlichen Stituation nichts zu tun. Entweder ist es gewerblich - oder eben nicht, da kann ich hier nicht beurteilen.

    zu 1:
    Ja. Betriebsausgaben sind die Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Das ist hier ja der Fall, und nachgewiesen werden sie hier auch.

    zu 2:
    Was da nun drausteht, ist völlig wuppe. Ob es nun Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit sind oder doch gewerbliche oder gar aus Leistungen oder nichtselbständige, das ändert sich nicht in Abhängigkeit davon, was auf dem Zettel steht.

    Zu 3:
    "Zu Beachten ist hierbei, dass die jeweiligen Darstellerinnen in der Regel nur 1x beschäftigt werden und danach nie wieder."

    Damit sind sie schon mal nicht gewerblich tätig. Da brauchen sie keine Gewerbeanmeldung. Ich brauch ja auch keinen Hebezeugführerschein, wenn ich gar keinen Kran fahren will.

    Wieso können die keine Rechnungen schreiben? Haben die keine Hände oder können sie nicht schreiben?

    Meiner Ansicht sind das Einkünfte aus Leistungen § 22 Nr. 3 EStG, anzugeben in Anlage SO.
     
    Bezahlung von Modellen als Videoproduzent Beitrag #2 6. Juni 2017
  4. buendisch
    buendisch Erfahrener Benutzer
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    Eine andere Möglichkeit wäre, mit den Modells einen Standardvertrag zu machen, schon alleine um Streitereien im Nachhinein zu vermeiden. In so einem Vertrag kann dann auch stehen, dass nach erfolgreichen Shooting das Geld automatisch - sprich ohne erneute Rechnungsstellung - an die im Vertrag genannte Bankverbindung überwiesen wird. Wenn der genannte "Warnhinweis" (für die Versteuerung selbst verantwortlich) drin steht, liegt die Verantwortung dann auf Seiten der Modells.
     
    Bezahlung von Modellen als Videoproduzent Beitrag #3 6. Juni 2017
  5. rothad
    rothad Neues Mitglied
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    Findet ihr folgende Formulierung ausreichend?

    "Mir ist bewusst, dass ich den o.g. Betrag möglicherweise als sonstige Einkünfte oder als Einkünfte aus selbstständiger/gewerblicher Tätigkeit versteuern muss, insbesondere wenn die Tätigkeit regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt wird."

    Reicht das als Warnhinweis oder habe ich was vergessen?
     
    Bezahlung von Modellen als Videoproduzent Beitrag #4 6. Juni 2017
  6. Taxofit
    Taxofit Erfahrener Benutzer
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    Dann sind sie Arbeitnehmer. Ggf. als kurzfristig Beschäftigte.

    Aber wohl nur bei IHM "1x beschäftigt". Sie werden sowas aber vermutlich wohl regelmäßig betreiben.
    Ja: Frag einen Anwalt!
     
    Bezahlung von Modellen als Videoproduzent Beitrag #5 7. Juni 2017
  7. rothad
    rothad Neues Mitglied
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    Zu 1.) Woher leitest du ab, dass sie automatisch Arbeitnehmer sind? Auch Privatpersonen dürfen doch Rechnungen schreiben?
    Zu 2.) Wenn sie das regelmäßig machen, mir ne Quittung schreiben in der explizit drin steht dass sie das als sonstige Einkünfte oder "insbesondere wenn die Tätigkeit regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt wird" als Einkünfte aus Gewerbebetrieb versteuern müssen, und das aber nicht machen bzw. gar kein Gewerbe anmelden, ist es doch nicht mehr mein Problem?
     
    Bezahlung von Modellen als Videoproduzent Beitrag #6 7. Juni 2017
  8. Roland21
    Roland21 Erfahrener Benutzer
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    Nur wenn sie doch als Arbeitnehmer eingestuft werden.
     
    Bezahlung von Modellen als Videoproduzent Beitrag #7 7. Juni 2017
  9. riese
    riese Super-Moderator
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    Hallo Rothad,

    mit Lexware kannst Du z.B. Schecks im DIN-A4-Format erzeugen, d.h. der DIN-A4-Bogen besteht in der Mitte aus dem Scheck, unten aus einem Buchungsbeleg und oben aus einer Art Gutschrift, die dem Empfänger zusammen mit dem Scheck ausgehändigt wird.

    Da steht ein Eingabefeld "Verwendungszweck" zur Verfügung, das auf dem Buchungsbeleg und dem Gutschriftsbeleg erscheint. Ferner ist der Empfänger mit Name und Anschrift einzugeben. Als Verwendungszweck würde "Fotoaufnahme (einmalig)" reichen.

    Damit bist Du aus dem Schneider (sofern der Scheck unter 256,00 € liegt) und das Modell hat Einkünfte nach §22 Abs. 3 ESTG, sofern weder ein Beschäftigungsverhältnis noch eine Nachhaltigkeit besteht. Sie macht sich allerdings strafbar, wenn sie noch von anderer Seite Geld für eine solche oder vergleichbare Leistung kassiert und insgesamt auf mehr als 256,00 € im Jahr kommt.

    Gibst Du allerdings einen Scheck >256,00 € oder mehrere davon im Jahr, machst Du Dich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig.:eek:

    Gruß
    Rainer
     
    Bezahlung von Modellen als Videoproduzent Beitrag #8 14. Juni 2017
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