Eröffnungsbilanz - Gründungskosten am Tag der Gründung

Dieses Thema im Forum "Jahresabschluss und Bilanzierungs Glossar" wurde erstellt von Steve, 7. März 2016.

  1. Steve

    Steve Neues Mitglied

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    Hallo,

    der Notar hat uns zusammen mit der Gründungsurkunde die Kostenrechnung ausgehändigt. Die Kosten von 140,- zzgl. USt. (übernimmt entsprechend dem Musterprotokoll bis 300,- die Gesellschaft) sind somit am Tag der Gründung entstanden, aber noch nicht bezahlt, ebenso die USt-Forderung. Zwei Tage später wurde das Stammkapital einbezahlt. Die HR-Eintragung ist noch nicht erfolgt.
    Wie kann ich nun eine "cleane" Eröffnungsbilanz erstellen, ohne diese Kosten zu berücksichtigen?

    Vorab besten Dank an die Experten hier.
     
    Eröffnungsbilanz - Gründungskosten am Tag der Gründung Beitrag #1 7. März 2016
  2.  
  3. riese

    riese Super-Moderator
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    Hallo Steve,

    es kommt nicht nur auf den Tag an, sondern auch auf den Moment. Gegründet ist die Gesellschaft in der Sekunde, in der die letzte Unterschrift auf die Gründungsurkunde gesetzt wurde.

    Zu diesem Zeitpunkt gab es
    a) ein im Vertrag festgelegtes Stammkapital
    b) die Verpflichtung der Gesellschafter, dieses einzuzahlen.

    Die Eröffnungsbilanz kennzeichnet man dadurch, dass man jeden einzelnen Posten gegen das Konto 9000 bucht. Dieses Konto wurde in der Schule als "Eröffnungsbilanzkonto" bezeichnet. Jetzt buchst Du mit Datum des Notartermins:

    1. die Gründungsurkunde
    a) 9000 an Stammkapital (gezeichnetes Kapital)
    b) Ausstehende Einlagen eingefordert an 9000

    2. die Notarrechnung
    Rechts- und Beratungskosten an Kreditor Notar mit Vorsteuerabzug = 166,60 €

    Merke: Gebucht werden die vorliegenden Belege, nicht die Sachverhalte, die Du im Kopf hast.

    Hier hast Du einmal den Gesellschaftsvertrag, von dem Du eine Kopie machst und dem Belegnummernkreis "Eröffnungsbilanzbelege" zuordnest. Die Rechnung ordnest Du dem Belegnummernkreis "Eingangsrechnungen" zu und heftest die Belege nach Verbuchung und Notierung der Belegnummer darauf in Deiner Belegsammlung entsprechend ab.

    Da die Gesellschaft die Gründungskosten bis 300,00 € trägt und Vorsteuern ziehen kann, verbleiben jetzt nach Abzug der 140,00 € noch 160,00 €, die das Amtsgericht für die Eintragung kassieren darf. Ich meine, das sind 100,00 oder 150,00 €. Wird's mehr als 160,00 €, kann die Gesellschaft die Rechnung trotzdem bezahlen, muss aber über die Differenz eine Forderung gegenüber Gesellschaftern in Höhe des Differenzbetrages ausweisen und diese auch mit Nachdruck geltend machen (lässt sie sie unverzinst stehen, entsteht eine vGA).

    Gruß
    Rainer
     
    Eröffnungsbilanz - Gründungskosten am Tag der Gründung Beitrag #2 8. März 2016
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