1. Monitor als Aufwand buchen? #1
    Tom23

    Standard Monitor als Aufwand buchen?

    Hallo,

    kann ich einen Monitor für 120 Euro netto als Büromaterial buchen oder muss ich ihn als Betriebs- und Geschäftsausstattung buchen, da GWG ja wegfällt (nicht selbstständig nutzbar)?

  2.   Alt 
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  3. Monitor als Aufwand buchen? #2
    riese

    Standard

    Hallo Tom,

    3 Möglichkeiten:

    1. Es handelt sich um einen Ersatzmonitor für einen Monitor, der Bestandteil eines Komplett-PC's war, der als Einheit aktiviert oder als GWG sofort abgeschrieben wurde. In diesem Fall handelt es sich bei dem Austausch des Monitors um eine Reparatur der PC-Anlage.

    2. Du hast Dir einen neuen PC gekauft, für den Du noch keinen Monitor hattest. Da gibt es wieder 2 Möglichkeiten:
    a) Du schreibst den Monitor dem PC hinzu
    b) Du aktivierst ihn als eigenständiges Anlagegut (NSNSB*)

    3. Der alte Monitor war Schrott und eigenständig aktiviert. Dann geht der alte als Anlagevermögen ab und der neue wird aktiviert.

    *) NSNSB = Nicht selbständig nutzbarer, aber selbständig bewertbarer/verwertbarer Gegenstand. Dazu zählen Gegenstände, die separat käuflich und verkäuflich sind, aber nicht für sich alleine nutzbar, sondern nur in Verbindung mit einem anderen Gegenstand, wobei die Verbindung genormt ist (hier z.B. USB-Stecker) und daher nicht zwingend eine Einheit mit dem anderen Gegenstand bestehen muss. Zu den NSNSB zählen insbesondere Teile einer PC-Anlage, Telefone einer Telefonanlage, Anhänger für Kfz. Wäre dagegen die Verbindung ein Unikat (z.B. Feststation und Mobilteil eines Schnurlostelefons durch vorgegebene Frequenz), würden beide Teile als 1 Gegenstand zählen und zwingend als 1 Anlagegut gelten (Set). Ein Set kann als Gesamtheit gesehen eigenständig nutzbar sein und dann ggfls. auch als GWG gelten. NSBSB sind niemals GWG's! Es besteht aber die Wahlfreiheit, auf die eigenständige Bewertbarkeit zu verzichten und sie zusammen mit dem Hauptgegenstand als Set zu betrachten.

    Gruß
    Rainer

  4. Monitor als Aufwand buchen? #3
    Sideboard

    Standard

    Hallo Riese,

    Die dritte Möglichkeit fällt schonmal komplett weg, selbst wenn ein alter nun ausgetauschter Monitor mal aktiviert wurde. Ein Monitor ist zwar selbständig bewertbar, aber kein selbständig nutzbares Wirtschaftsgut.

    Rechtlich korrekt wäre, den Monitor auf die Restnutzungsdauer des PCs abzuschreiben (auch wenn es sich um ein Austauschgerät handelt).

    Die Praxis sieht aber anders aus. Monitore bis 150 EUR, die direkt in den Aufwand gebucht wurden, werden i.d.R. nicht beanstandet (zumindest habe ich das in vielen Jahren noch nicht einmal erlebt). Monitore über 150 EUR, die mittels Sammelpostenregelung auf 5 Jahre verteilt werden, werden ebenfalls nicht beanstandet (wahrscheinlich weil die rechtlich korrekte AfA i.d.R. höher wäre).

    Rein aus praktikablen Gründen würde ich den Monitor als Wartungskosten Hard- & Software buchen.

    gruß
    Sideboard

  5. Monitor als Aufwand buchen? #4
    riese

    Standard

    Hallo Sideboard,

    ein Monitor muss nicht zwingend einem PC zugeordnet sein und mit diesem eine Einheit bilden. Eine Setbildung macht auch nur dann einen Sinn, wenn aller Voraussicht nach (also nicht bei einem Defekt) auch das ganze Set auf einmal ausgetauscht wird. Tatsächlich aber ist die Lebensdauer eines Monitors länger als die eines Towers, der nach 3 Jahren nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik ist.

    Welche Standpunkte künftig Betriebsprüfer einnehmen werden, steht in den Sternen. Nach der bisherigen Rechtslage haben ja die Steuerpflichtigen mit aller Gewalt versucht, durch Setbildung GWG's zu schaffen, um die Sofortabschreibung zu nutzen und die Prüfer haben das moniert, wenn sie konnten.

    Künftig wird dagegen der Steuerpflichtige den NSNSB-Begriff verstärkt einzusetzen versuchen und die Einzelteile aktivieren, um die "affige" Poolregelung zu umgehen. Sicherlich werden hier verstärkt Prüfer versuchen, das Wahlrecht anzugreifen und Zusammenfassungen nicht selbständig nutzbarer Gegenstände zu einem Gegenstand zu erzwingen versuchen. Damit würden sie aber zum einen ihre Rechtsauffassung von gestern in Frage stellen und sich zum anderen in den Finger schneiden, weil sie damit zwar eine Verlängerung der Abschreibungsdauer von 3 auf 5 Jahre erzwingen könnten, anderenfalls aber dulden müssten, dass zukünftig der Austausch jeden einzelnen Gerätes als Reparaturaufwand verbucht wird, solange noch mindestens ein Teil des Sets verbleibt.

    Beispiel: Du kaufst einen Tower für 200,00 €, einen Monitor für 120,00 €, eine Tastatur für 29,00 €, eine Maus für 9,90 € und einen Drucker für 150,00 €. Jetzt hast Du 2 Alternativen:

    Möglichkeit 1:
    Du aktivierst alle 5 Teile als separate Anlagegüter. Kein Teil davon ist ein GWG oder ein Pool-Fall mangels selbständiger Nutzbarkeit. Für alle Teile beträgt die Mindestabschreibungsdauer 3 Jahre. Bleibt ein Teil voraussichtlich länger im Gebrauch, sollte auch die Abschreibungsdauer entsprechend länger festgelegt werden, denn niemand hat etwas davon, später 1,00 € in der Bilanz stehen zu haben. Geht ein Teil davon kaputt, scheidet es aus und ein neues wird beschafft und aktiviert.

    Möglichkeit 2:
    Du machtst ein Set davon und hast dann ein Anlagegut "PC-Anlage" mit AHK von 508,90 €. Der PC als Bewertungseinheit ist aber eigenständig nutzbar und somit ein Fall für den Pool. Damit beträgt die Abschreibungsdauer 5 Jahre. Zunächst ein vermeintlicher Vorteil fürs Finanzamt. Die Teile streichen aber wie folgt die Segel:
    2010 die Maus
    2012 der Tower
    2013 die Maus
    2013 die Tastatur
    2014 der Bildschirm und die Maus
    2015 der Tower
    2016 die Maus
    2017 der Drucker
    2018 der Tower und die Tastatur.

    Eine erneute Poolbildung und damit eine erneute 5-jährige Abschreibung käme erst dann wieder zustande, wenn Du alle 5 Teile auf einmal rausschmeißen würdest. Anderenfalls würde nämlich jedes Mal Reparaturaufwand für die PC-Anlage vorliegen. Es kann also nicht im Interesse des Finanzamtes liegen, sich da einseitig festlegen und Dir die Möglichkeit 2 aufzuzwingen.

    Anders könnte es allerdings aussehen, wenn offensichtlich ist, dass nur eine Taktik dahintersteht; alle Teile werden nur mit der Mindestabschreibungsdauer von 3 Jahren versehen und auch tatsächlich zeitnah ausgetauscht (wenn nicht sogar zum gleichen Zeitpunkt).

    Eine Zusammenfassung scheidet auch dann von vornherein aus, wenn die Anzahl der inventarisierten Tower, Drucker, Bildschirme, Tastaturen und Mäuse nicht identisch ist und deswegen nicht jedes Teil einer bestimmten PC-Anlage zugeordnet werden kann. Tipp: PC-Teile auf Lager legen - spart nicht nur den Ausfall bei der Ersatzbeschaffung, sondern auch die Auseinandersetzung mit Prüfern.

    Um aber auf die Ursprungsfrage zurückzukommen: Gehörte der Monitor von Tom zu einer PC-Anlage, die mal als Einheit aktiviert war (weil das früher attraktiv war), stellt der Austausch des Monitors Aufwand dar, da die übrigen Teile - und damit das Anlagegut - im Betriebsvermögen verbleiben.

    Gruß
    Rainer

  6. Monitor als Aufwand buchen? #5
    Sideboard

    Standard

    mal ehrlich... glaubst Du, dass sich Prüfer in Zukunft auch nur ansatzweise soviel Mühe bei solchen Tivialtatbeständen geben, wie Du in Deiner letzten Antwort? Ich mutmaße mal, selbst wenn Du Dich für eine Deiner zwei Möglichkeiten entscheiden würdest, würde kein Prüfer sich die Mühe machen, das zu korrigieren, obwohl sie falsch sind (bei Möglichkeit 1 verbietet §6 Abs. 2. Satz 1 EStG bereits diese Vorgehensweise und bei Möglichkeit 2 hast Du gar keine andere Möglichkeit, als alles zusammen als ein Anlagegut zu aktivieren, sofern diese als Einheit genutzt werden. Es spielt für die ursprüngliche Bewertung des aktivierten GWG dann auch keine Rolle, wann welches Einzelteil das Zeitliche segnet, da ein Hinzukauf den selben Effekt wie der angesprochene Monitor hätte).

    Ich finde, es reicht aus, dass wir uns alle einig sind, den Monitor in den Aufwand zu nehmen. Also nehmen wir uns an die Hände und buchen.

    gruß
    Sideboard

  7. Monitor als Aufwand buchen? #6
    riese

    Standard

    Hallo Sideboard,

    Zitat Zitat von sideboard
    bei Möglichkeit 1 verbietet §6 Abs. 2. Satz 1 EStG bereits diese Vorgehensweise
    §6 Abs.2 EStG sagt eben nicht, dass ein nicht selbständig nutzbarer Gegenstand automatisch dem Hauptgegenstand zuzurechnen ist. Schön erläutert ist das hier mit dem PKW-Anhänger, der zwar zum Betrieb einen PKW benötigt, nicht aber einen bestimmten und deshalb keinem PKW zugeschrieben werden darf. Ähnlich wie mit dem Autoradio würde es sich bei PC's auch mit internen Festplatten und Steckkarten verhalten. Der Monitor ist jedoch mit dem Anhänger vergleichbar, da er lediglich über eine Steckverbindung angeschlossen wird und an jedem x-beliebigen PC betrieben werden kann.

    Gerade die Neufassung von § 6 Abs. 2 und § 6 Abs. 2a EStG hat hier die neue AfA-Art NSBSB erforderlich gemacht.

    Da es sich hier aber offensichtlich um einen "Altfall" handelt, sind wir uns schon einig wie Du sagst.

    Gruß
    Rainer
    Geändert von riese (26.10.2009 um 16:29 Uhr) Grund: 1 Satz angefügt

  8. Monitor als Aufwand buchen? #7
    docb

    Standard

    Ein freundliches Hallo in die Runde,

    wir haben von dem ganzen Kram wie Monitor, PC's, Drucker usw. einen ganzen Sack voll und kaufen zwangsläufig regelmäßig solche Teile nach. In der Vergangenheit habe ich die Dinger als GWG eingestellt und sofort abgeschrieben (Monitor, Drucker) oder auch mal in den Aufwand gebucht (Festplatten, Tastaturen oder Mäuschen). Da ich ordentlich werden will, habe ich einen Monitor und auch einen Drucker auch schon mal aktiviert. Angehoben hat das noch nie einen Prüfer, weil das Kleinkram ist (siehe Sideboard). Der Umbuchungsaufwand steht in keinem Verhältnis zum steuerlichen Nutzen. Dennoch sollte man sich einigermaßen an die Regeln halten, oder sie wenigstens kennen.

    Gruß

    B.

  9. Monitor als Aufwand buchen? #8
    riese

    Standard

    Hallo B.,

    so ist es. Falsch ist nur gerade das, was Du beschreibst - mal so und mal so zu verfahren. Unterschiedliche Verfahrensweisen lassen Prüfer hellhörig werden. Aber es geht bei Computerteilen tatsächlich um Peanuts.

    Außerdem habe ich noch keinen Prüfer gesehen, der sich Buchung für Buchung durch das Journal wühlt und jede einzelne mit dem Beleg vergleicht. Wenn der anrückt, hat der schon die vorliegenden Abschlüsse begutachtet und sich gezielt Notizen gemacht, was er genau prüfen will... (Beliebt sind z.B. in "fetten" Jahren gebildete Rückstellungen, die in Jahren mit schlechter Ertragslage wieder aufgelöst wurden, "verzögerte" Ansparabschreibungen und hohe Erlöse 0%.)

    Gruß
    Rainer

  10. Monitor als Aufwand buchen? #9
    Sideboard

    Standard

    Hallo Riese,

    §6 Abs.2 EStG sagt eben nicht, dass ein nicht selbständig nutzbarer Gegenstand automatisch dem Hauptgegenstand zuzurechnen ist.
    Wer redet denn auch davon?? §6 Abs. 2 Satz 1 EStG sagt, dass WG bis 150 EUR in voller Höhe aus Betriebsausgaben abzusetzen sind. Das widerspricht Deiner Möglichkeit 1, alle WG als separate Anlagegüter zu aktivieren.

    gruß
    Sideboard

  11. Monitor als Aufwand buchen? #10
    riese

    Standard

    Hallo Sideboard,

    §6 Abs. 2 Satz 1 EStG sagt, dass WG bis 150 EUR in voller Höhe aus Betriebsausgaben abzusetzen sind.
    dann musst Du mal genau lesen:

    ...bewegliche Güter des Anlagevermögens, die zu einer selbständigen Nutzung fähig sind... , also exakt die Definiton für GWG's. Güter, die keine GWG's sind, also unbeweglich, immateriell oder nur in Verbindung mit einem anderen Gegenstand nutzbar, sind von der Bestimmung nicht erfasst und in jedem Fall zu aktivieren (entweder separat oder als Einheit mit dem anderen Gegenstand). Die AHK spielen dann keine Rolle mehr, auch wenn sie unter 150,00 € liegen. Und ein Monitor ist nicht zur selbständigen Nutzung fähig. Zumindest wird noch der Tower (genauer gesagt ein Motherboard und eine Grafikkarte) benötigt.

    Gruß
    Rainer

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