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  1. Gastronomie: Eigenverbrauch und Personalgetränke und -essen # 1
    Suzanne

    Standard Gastronomie: Eigenverbrauch und Personalgetränke und -essen

    Hallo an alle!

    Trotz stundenlanger Googelei bin ich leider noch nicht weiter gekommen mit meinen offenen Fragen zu dem og. Thema im Bereich Gastronomie.
    Aber ich habe dieses Forum gefunden und hoffe hier Hilfe zu erhalten!
    Ich arbeite im übrigen mit dem SKR03 und versuche mich in die Besonderheiten der Gastronomie einzuarbeiten.

    1. Eigenverbrauch in der Gastronomie
    Es handelt sich um ein Bistro, warme u. kalte Speisen, Eigenverbrauch lt BFM ca. 2895 Euro pro erwachsener Familienangehöriger, Hälfte bei Kindern bis 12 Jahren.
    Der Betrag ist gesplittet laut Liste 1040 Euro zu 7 % und 1855 zu 19 %.
    Soweit bin ich schon mal gekommen, zumindest theoretisch.

    Hier meine Fragen:
    Trifft dies auch zu, wenn das Bistro erst um 17 uhr öffnet und die Familie ein paar Straßen weiter wohnt, wo sie sich selbst versorgt?
    Müssen Aufzeichnungen vorliegen über den Eigenverbrauch, wenn die Pauschale verbucht wird?
    Wie wird in der Praxis gebucht? monatlich 1/12 der beiden Beträge jeweils auf unentgeltliche Warenentnahme? Oder überläßt man dies dem Steuerberater beim Jahresabschluss?

    2. Personalgetränke und Personalessen in der Gastronomie
    a) Personalessen wird zum vollen Preis in der Registrierkasse auf einem gesonderten Schlüssel gebucht, die Hälfte des offiziellen Preises für die Speise wird vom Personal bezahlt. Die Zahlung wird aber nur in einer handschriftlichen Liste dokumentiert mit Datum, Namen, 1/2 Betrag, Speisenwahl. Müssen diese Einzahlungen im SKR03 gebucht werden, wenn ja wie? Da der Warenwert sicherlich mit der halben Bezahlung abgedeckt ist, dürfte es sich hier nicht um Sachaufwand für Personal, der lohnsteuerpflichtig ist, handeln - korrekt?

    b) wie ist dies mit den alkoholfreien Getränken, die dem Personal kostenlos zur Verfügung stehen? auch diese werden bislang zum vollen Preis auf einen gesonderten Schlüssel in der Registrierkasse verbucht.
    - sind dies Sachaufwendungen, die lohnsteuerpflichtig wären oder gibt es hier Freibeträge?
    - in den Tagesumsätzen sind diese Umsätze für Personalgetränke enthalten, der Inhaber nennt mir daher immer den Tagesumsatz abzügl. Personalgetränke für die Buchhaltung und führt darüber eine Excel-Liste. Die Summe der Personalgetränke wird in der Buchhaltung nicht verbucht.
    wie wird hier in der Praxis damit umgegangen und wie verbucht?

    3. Den Stammgästen gibt man ja mal eine Runde aus ....
    oder Speisen sind wegzuschmeißen wegen Verfallsdatum ...
    Man hat den Wareneingang verbucht, aber keine Einnahmen hierzu ... folglich würde bei einer Prüfung die "Verprobung" (ich hoffe ich wende diesen Begriff nun richtig an) nicht stimmen. Wie wird so etwas in der Praxis verbucht, pauschal 3 % oder ähnlich? oder muss für jeden Espresso oder Schnäpschen, das ich dem Gast ausgebe eine Liste geführt werden und in der Registrierkasse verbucht werden?

    4. Kann mir jemand einen cirka Prozentsatz sagen, wie Wareneinkauf zu der angegebenen Umsatzsumme stehen sollte, damit das Finanzamt nicht Prüfungen ansetzt? für 100 Euro Wareneinkauf - 250 Euro Umsatz? oder noch mehr?

    Ich möchte mich jetzt schon für eure Hilfe bedanken, aber Gastronomie ist leider Neuland für mich. Theorie kann man sich aus Büchern holen, ist aber leider oft nicht so einfach in die Praxis umzusetzen, daher würde ich mich über eure Ratschläge sehr freuen.

    Liebe Grüße aus Franken

    Suzanne

  2.   Alt 
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  3. Gastronomie: Eigenverbrauch und Personalgetränke und -essen # 2
    Ganzkoerperrucksack

    Standard

    Hallo Suzanne,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Ich fang' einfach mal an, Deine Fragen zu beantworten. Grundsätzlich ist es aber sicher besser, die Fragen in verschiedene Beiträge aufzusplitten. Dann bekommst Du auch mehr Antworten.
    Zitat Zitat von Suzanne Beitrag anzeigen
    Trifft dies auch zu, wenn das Bistro erst um 17 uhr öffnet und die Familie ein paar Straßen weiter wohnt, wo sie sich selbst versorgt?
    Ja. Die Pauschbeträge sind eine Vereinfachungsregelung, die von den Leuten in Anspruch genommen werden kann, die zu faul oder unfähig sind, ihre privaten Entnahmen ordnungsgemäß zu erfassen. Und Vereinfachungen werden niemals zu 100% passen, sonst wären sie ja nicht einfach. Das zieht unweigerlich eine Benachteiligung mancher Betriebe nach sich. Aber wem das nicht passt, der kann ja Aufzeichnungen führen.

    Nichtsdestotrotz gibt es natürlich einige typisierte Zu- und Abschläge, die Du sicher in Deiner Literatur finden wirst. Vielleicht ist da für Deinen Fall etwas dabei.
    Zitat Zitat von Suzanne Beitrag anzeigen
    Müssen Aufzeichnungen vorliegen über den Eigenverbrauch, wenn die Pauschale verbucht wird?
    Nein, siehe oben.
    Zitat Zitat von Suzanne Beitrag anzeigen
    Wie wird in der Praxis gebucht? monatlich 1/12 der beiden Beträge jeweils auf unentgeltliche Warenentnahme? Oder überläßt man dies dem Steuerberater beim Jahresabschluss?
    Da diese Pauschbeträge umsatzsteuerpflichtig sind, gehören sie natürlich theoretisch in die monatliche/vierteljährliche Umsatzsteuer-Voranmeldung rein. Die Praxis sieht manchmal anders aus.
    Zitat Zitat von Suzanne Beitrag anzeigen
    2. Personalgetränke und Personalessen in der Gastronomie
    a) Personalessen wird zum vollen Preis in der Registrierkasse auf einem gesonderten Schlüssel gebucht, die Hälfte des offiziellen Preises für die Speise wird vom Personal bezahlt. Die Zahlung wird aber nur in einer handschriftlichen Liste dokumentiert mit Datum, Namen, 1/2 Betrag, Speisenwahl. Müssen diese Einzahlungen im SKR03 gebucht werden, wenn ja wie? Da der Warenwert sicherlich mit der halben Bezahlung abgedeckt ist, dürfte es sich hier nicht um Sachaufwand für Personal, der lohnsteuerpflichtig ist, handeln - korrekt?

    b) wie ist dies mit den alkoholfreien Getränken, die dem Personal kostenlos zur Verfügung stehen? auch diese werden bislang zum vollen Preis auf einen gesonderten Schlüssel in der Registrierkasse verbucht.
    - sind dies Sachaufwendungen, die lohnsteuerpflichtig wären oder gibt es hier Freibeträge?
    - in den Tagesumsätzen sind diese Umsätze für Personalgetränke enthalten, der Inhaber nennt mir daher immer den Tagesumsatz abzügl. Personalgetränke für die Buchhaltung und führt darüber eine Excel-Liste. Die Summe der Personalgetränke wird in der Buchhaltung nicht verbucht.
    wie wird hier in der Praxis damit umgegangen und wie verbucht?
    Der geldwerte Vorteil ist nach § 8 Abs. 3 EStG zu berechnen (Stichwort Rabattfreibetrag). Diese Vorschrift geht eventuellen Sachbezugswerten vor. Umsatzsteuerlich würde ich den von den Arbeitnehmern gezahlten Betrag als Bruttowert ansetzen.
    Zitat Zitat von Suzanne Beitrag anzeigen
    3. Den Stammgästen gibt man ja mal eine Runde aus ....
    oder Speisen sind wegzuschmeißen wegen Verfallsdatum ...
    Man hat den Wareneingang verbucht, aber keine Einnahmen hierzu ... folglich würde bei einer Prüfung die "Verprobung" (ich hoffe ich wende diesen Begriff nun richtig an) nicht stimmen. Wie wird so etwas in der Praxis verbucht, pauschal 3 % oder ähnlich? oder muss für jeden Espresso oder Schnäpschen, das ich dem Gast ausgebe eine Liste geführt werden und in der Registrierkasse verbucht werden?
    Normalerweise sollte ein Bruchbuch geführt werden, um wenigstens ansatzweise Aufzeichnungen zu haben, die vielleicht einen erhöhten Schwund plausibel machen. Das Bruchbuch kann sicher auch über einen repräsentativen Zeitraum geführt werden, um einen plausiblen Schwund-Prozentsatz oder -betrag zu ermitteln, der dann für die Zukunft angewendet werden kann.

    Mit der Aufzeichnung von Lokalrunden würde ich nicht anfangen, da die betriebliche Veranlassung stets fraglich sein wird.
    Zitat Zitat von Suzanne Beitrag anzeigen
    4. Kann mir jemand einen cirka Prozentsatz sagen, wie Wareneinkauf zu der angegebenen Umsatzsumme stehen sollte, damit das Finanzamt nicht Prüfungen ansetzt? für 100 Euro Wareneinkauf - 250 Euro Umsatz? oder noch mehr?
    Nein, das ist ja je nach Preisklasse und Snobfaktor des Restaurants verschieden. Allerdings könntest Du mal nach Richtwerten googlen, sowas gibt's.

  4. Gastronomie: Eigenverbrauch und Personalgetränke und -essen # 3
    Suzanne

    Standard Danke!

    Hallo Jens,

    danke erstmal für deine ausführliche und schnelle Unterstützung!
    Leider kann ich mich erst nächste Woche wieder damit befassen ...
    Schönes Wochenende!

    Herzliche Grüße
    Susann

  5. Gastronomie: Eigenverbrauch und Personalgetränke und -essen # 4
    ConnyP

    Standard Pauschalen Eigenverbrauch durch Aufzeichnungen umgehen?

    Da ich mich auch gerade mit der Problematik "Eigenverbauch in der Gastronomie" beschäftigen muss, versuche ich herauszufinden, wie man die Pauschalen umgehen kann. Ich google seit Tagen und finde bezüglich der Pauschalen immer nur die Aussage: "Sie beruhen auf Erfahrungswerten und bieten dem Steuerpflichtigen die Möglichkeit, die Warenentnahmen monatlich pauschal zu verbuchen. Sie entbinden ihn damit von der Aufzeichnung einer Vielzahl von Einzelentnahmen." Aber wie genau müssten denn die Einzelaufzeichnungen aussehen, damit man damit die Pauschalen umgehen kann.

    Folgender Fall: Mein Lebensgefährte betreibt eine kleine Dorfgaststätte mit kalten und warmen Speisen und natürlich den üblichen Getränken. Ich selbst halte mich relativ wenig in der Gaststätte auf, und entnehme dementsprechend auch fast keine Waren. Gegessen wird im Normalfall zu Hause und auch unseren Einkauf für zu Hause besorgen wir getrennt vom Gaststätteneinkauf. Ich bin deshalb davon überzeugt, dass die Pauschalen für uns zu hoch sind und möchte gerne auf die Anwendung verzichten.

    Wie muss ich dann die Einzelaufzeichnungen genau führen? Am besten mal an folgendem Beispiel erläutern:

    01.01.2013: Eröffnungsfeier. Mein Lebensgefährte und ich sind den ganzen Tag in der Gaststätte. Mein Lebensgefährte trinkt über den Tag verteilt 2 Flaschen Wasser, ich selbst trinke 1 Flasche Wasser und am Abend 2 Gläser Rotwein. Mittags essen wir beide jeder eine Portion Spaghetti Bolognese.

    Bin echt ratlos.

  6. Gastronomie: Eigenverbrauch und Personalgetränke und -essen # 5
    riese

    Standard

    Hallo Conny,

    Da ich mich auch gerade mit der Problematik "Eigenverbauch in der Gastronomie" beschäftigen muss, versuche ich herauszufinden, wie man die Pauschalen umgehen kann.
    den Laden in eine GmbH oder eine UG umwandeln. Da Dir die Waren dann nicht mehr gehören (Trennung zwischen Privat- und Firmenvermögen), kannst Du sie auch nicht mehr für den Privatbedarf entnehmen. Es herrscht striktes Entnahmeverbot. Ein GF kann niemals unentgeltliche Wertabgaben haben.

    Wenn Du wirklich was entnehmen möchtest, darfst Du das nicht klamheimlich tun (sonst Straftatbestand Untreue - auch wenn Du alleiniger Gesellschafter bist), sondern musst Dir selber eine Rechnung schreiben. Du kannst sogar im GF-Vertrag ein Deputat vereinbaren - bis zu 1080,00 € im Jahr sind steuerfrei. Das läuft dann über die Lohnabrechnung als Sachbezug. Aber auch hier muss jedes selbstgetrunkene Bier aufgezeicnnet werden.

    Gruß
    Rainer

  7. Gastronomie: Eigenverbrauch und Personalgetränke und -essen # 6
    Aerosoul

    Standard

    Zitat Zitat von riese Beitrag anzeigen
    den Laden in eine GmbH oder eine UG umwandeln.
    Hallo Rainer,

    dieser Tip ist wohl für eine "kleine Dorfgaststätte", wie oben zu lesen ist, etwas über das Ziel hienaus geschossen, oder?

    Nicht nur, dass Bestände geführt werden müssen (was beim BMW-Gewerbe ohnehin schon abenteuerlich sein kann...) ist es nicht so ohne weiters möglich, Geld aus dem Unternehmen zu ziehen. Außerdem ist die Gründung einer UG mit weiteren Kosten verbunden. Ob die zu stämmen sind?

    Vielmehr sollte anhand von Listen dokumentiert werden, was der Wirt zu welchem Zeitpunkt entnommen oder verzehrt hat. Allerdings sind solche Listen im Rahmen der Außenprüfung angreifbar, sodass die sicherste Variante die Buchung der amtlichen Beträge ist. Wenn geringere Beträge als die pauschalen herangezogen werden (z.B. kleineres Waernsortioment o.ä.) ist das auch kein Problem. Der Nachweis ist vom steuerpfl. zu führen. Ggf. kann man die Verwaltung bereits mit dem JA darauf hinweisen, wie und warum die Warenentnahmen so erfasst worden sind.

    A.

  8. Gastronomie: Eigenverbrauch und Personalgetränke und -essen # 7
    riese

    Standard

    Hallo Aero,

    Außerdem ist die Gründung einer UG mit weiteren Kosten verbunden. Ob die zu stämmen sind?
    150,00 € für die Eintragung, 20,00 bis 126,00 € für den Notar.

    sodass die sicherste Variante die Buchung der amtlichen Beträge ist.
    Und die sind absulut unrealistisch? Wer gibt 3000,00 € im Jahr für Lebensmittel aus? Soviel kriegt ALDI jedenfalls von mir nicht. Und von dieser Pauschale musst Du dann die Steuer berechnen. Macht bei einem Steuersatz von 30% 900,00 €. Wenn Du davon die Kosten von 39,27 € für die Veröffentlichung im Bundesanzeiger (die bei einem Einzelbetrieb nicht anfällt) und die erhöhten IHK-Gebühren abziehst, hast Du die Gründungskosten schon im 1. Jahr raus.

    Teuer wird's allerdings, wenn Du den Laden mal wieder abwickeln willst. Bei einem Einzelbetrieb kannst Du für ein paar Euro das Gwerbe abmelden. Eine GmbH (eine UG ist eine GmbH) zu liquidieren ist "etwas" teurer. Aber hier wäre die günstiger Alternative, nicht wie bei einem Einzelunternehmen nur das Inventar, sondern die Geschäftsanteile zu verkaufen. Dann spart der sich den Gründungsaufwand.

    Gruß
    Rainer

  9. Gastronomie: Eigenverbrauch und Personalgetränke und -essen # 8
    Aerosoul

    Standard

    Wie bereits erwähnt kann man den Eigenverbrauch selbst aufzeichnen oder gekürzte Pauschalbeträge nehmen.

    Deine Rechnung, was die Kosten anbelangt, geht auch nur dann auf, wenn der Wirt in der Lage ist eine Bilanz zu erstellen. Kann er das nicht fallen weitere Kosten an (Steuerberater). Ist das sinnvoll?

    Soweit gar keine Vorkenntnisse vorliegen ist von dem Unternehmen abzuraten.

    A.

  10. Gastronomie: Eigenverbrauch und Personalgetränke und -essen # 9
    riese

    Standard

    Hallo,

    Deine Rechnung, was die Kosten anbelangt, geht auch nur dann auf, wenn der Wirt in der Lage ist eine Bilanz zu erstellen. Kann er das nicht fallen weitere Kosten an (Steuerberater). Ist das sinnvoll?
    so gravierend ist der Unterschied zwischen EÜR und Bilanz auch wieder nicht. Entweder kann er es selbst oder muss fremde Hilfe in Anspruch nehmen - unabhängig von der Rechtsform des Unternehmens und der Gewinnermittlung. Ein Gesichtspunkt bei Wirten sind hier allerdings die unbezahlten Deckel, die beim Bilanzierer Einkommen sind und beim 4/3-Rechner nicht. Die Art der Gewinnermittlung sollte aber nicht unbedingt ausschlaggebend für die Rechtsformwahl sein.

    Gruß
    Rainer

  11. Gastronomie: Eigenverbrauch und Personalgetränke und -essen # 10
    ConnyP

    Standard

    Also, ich bin mir fast sicher, dass wir die Pauschalen, die beim Eigenverbrauch anzusetzen wären, nicht ausreizen, zumal wir ja nur den Einkaufspreis versteuern müssen. Ich müsste rein theoretisch z. B. die Portion Roulade mit Rotkohl und Klößen auf den Einkaufspreis runterrechnen und das dann mit 7 % versteuern (hoffe ich hab jetzt hier keinen Denkfehler). Da das ganze dann doch etwas sehr aufwendig ist, hab ich mir folgendes überlegt:

    Es wird für jeden von uns eine separate Liste geführt, eine für meinen Lebensgefährten und eine für mich. Dort wird eingetragen, was entnommen oder verzehrt wurde und wie es versteuert wird. Dabei werde ich, wenn ich ganze Gebinde entnehme oder verzehre (also z. B. eine Flasche Wein / eine Packung Kaffeesahne) den Einkaufspreis als Eigenverbrauch ansetzen und die Flasche Wein mit 19 %, die Kaffeesahne mit 7 % versteuern. Wenn aber z. B. ein Gericht von der Speisekarte verzehrt wird, würde ich der Einfachheit halber den Gewinnzuschlag wieder abziehen und den Rest dann mit 19 % versteuern. Also um mal beim Beispiel Roulade zu bleiben:

    9,80 € Verkaufspreis : 3,5 (Gewinnzuschlag) = 2,80 € (die mit 19 % versteuert werden).

    Warum ich der Meinung bin, dass die Pauschalen für uns zu hoch sind? Hier noch ein Beispiel: Unsere Dorfkneipe hat von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Selbst wenn wir beide (mein Lebensgefährte und ich) täglich das teuerste Gericht, was wir auf der Karte haben (Roulade mit Rotkohl und Klößen für 9,80 €), verzehren würden, würde die Rechnung im Groben so aussehen:

    9,80 € Verkaufspreis : 3,50 (Gewinnzuschlag) = 2,80 € pro Portion
    2,80 € pro Portion x 2 Personen = 5,60 € für zwei Portionen
    5 Tage pro Woche x 5,60 € für zwei Portionen = 28,00 € pro Woche
    4 Wochen pro Monat x 28,00 € pro Woche = 112,00 € pro Monat

    Die Pauschale beträgt insgesamt 3.194,00 € pro Person x 2 Personen = 6.388,00 € pro Jahr : 12 Monate = 532,33 € pro Monat!!!

    Das würde bedeuten: 112,00 € pro Monat fallen als Eigenverbrauch beim Essen an. Die restlichen 420,33 € müssten wir sprichwörtlich "versaufen". Da mein Lebensgefährte aber z. B. selbst ausschließlich (!!!) Wasser trinkt (er trinkt tatsächlich weder Säfte, noch Alkohol) müsste ich mich ganz schön ranhalten, um nur mit Getränken auf die Eigenverbrauchspauschale zu kommen.

    Langer Text, ich weiß Aber es ist auch nicht so einfach zu erklären, wie ich finde. Vielleicht könnt ihr mir ja sagen, ob meine Gedankengänge (vielleicht auch für die Finanzverwaltung) nachvollziehbar sind.

    LG Conny

    PS: Um das ganze noch nachprüfbarer für die Finanzverwaltung zu machen, hebe ich ab sofort alle Kassenzettel auf, die ich für den Einkauf für meinen Privathaushalt bekomme. Diese Ausgaben werden auch tatsächlich aus der privaten Brieftasche bezahlt und NICHT als Betriebsausgabe verbucht. Das kann anhand des Buchungsjournals nachgewiesen werden.
    Geändert von ConnyP (04.03.2013 um 12:20 Uhr)

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